Industrie 4.0: Wie finde ich die richtige Strategie für mein Unternehmen?

Teil 2: Die technische Lösung ist das geringste Problem!

Industrie 4.0 ist seit mehreren Jahren ein Top Management Thema – dennoch scheint in Unternehmen noch eine größere Unsicherheit darüber zu herrschen, wie sie ihr Industrie 4.0 Potenzial heben und in eine Strategie umsetzen können.

Und dabei ist eine Industrie 4.0 – Strategie und deren konsequente Vernetzung mit der Unternehmensstrategie (oder die Ausrichtung der Unternehmensstrategie auf Industrie 4.0) meist eine notwendige Voraussetzung für den zukünftigen Erfolg. Denn Industrie 4.0 verlangt den Unternehmen zunächst einmal erhebliche Investitionen und den Aufbau neuer digitaler Kompetenzen ab, die dann auch häufig mit einer Reorganisation verbunden sind. Und oftmals ist es sogar sinnvoll, zunächst ein Effizienzsteigerungsprogramm durchzuführen, um die notwendigen finanziellen Freiräume zu schaffen.

Bei der Strategiefindung hat es sich bewährt, auf klassische Ansätze, wie dem der nachfolgend skizzierten „3 Wachstumshorizonte“, zurückzugreifen. Dadurch kann viel Klarheit in die Diskussion gebracht werden und man erkennt sehr leicht, ob die derzeitige Diskussion wirklich schon das gesamte Industrie 4.0 Potenzial für das Unternehmen ausschöpft.

unbenannt

Bereits bei der Strategiefindung sollte man alles tun, um sicher zu stellen, dass umsetzbare Geschäftspotenziale erarbeitet werden. Und dabei ist in der Praxis die technische Machbarkeit meist das geringste Problem. Weitaus größeres Augenmerk ist auf die Überwindung interner Barrieren zu richten. Und weil das so ist, sollte man bereits bei der Strategieerarbeitung darauf achten, mögliche Barrieren frühzeitig zu überwinden.

Dabei gelten die klassischen Grundsätze, wie „there is no commitment without involvement“, „Betroffene zu Beteiligten machen“ oder „Industrie 4.0 fängt in den Köpfen an“. Für die Realisierung von Industrie 4.0 – Geschäftspotenzialen ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit der meisten Unternehmensfunktionen erforderlich: Entwicklung (neue Kompetenzen), Produktmanagement, Vertrieb (der muss vielleicht in Zukunft etwas verkaufen, von dem er heute noch wenig versteht), Fertigung (neue Kompetenzen), Logistik, Service (ggf. müssen neue Servicekonzepte aufgebaut werden).

Folglich sollte Ihr Projektteam „Industrie 4.0“ auch entsprechend heterogen besetzt sein. Und es sollte aus Experten bestehen, die auf der einen Seite ein funktionsübergreifendes Verständnis ihrer Geschäftsprozesse besitzen, auf der anderen Seite sich aber auch tief in den dazugehörigen (IT-) Datenwelten auskennen. Es hat sich als erfolgreich erwiesen, hierbei eine Mischung aus erfahrenen Top Managern (die die Umsetzung dann auch operativ verantworten) und aufstrebenden Führungskräften (die eine Mitarbeit im Projektteam als Karrierechance erhalten) zu wählen. Auch können in einem solchen Projektteam erforderliche organisatorische Änderungen für die Strategieumsetzung im Sinne von „durchgehenden Prozessen“ am besten erarbeitet werden.

Ebenso sind eine Implementierungs-Roadmap, Funktionalkonzepte, ein Change- und Risikomanagement, das frühzeitig Fehlentwicklungen erkennt (z.B. der Vertrieb ist mit den neuen Produkten und Dienstleistungen überfordert und benötigt zusätzliche Schulungen oder Anwendungsexperten) erfolgskritische Komponenten bei der Implementierung.

Prüfen Sie doch mal Ihre Industrie 4.0 Strategie bezüglich interner Umsetzungsbarrieren!

 

Gastbeitrag von Prof. Dr. Christian Bayer, Hochschule Aalen

 

Hier geht es zum vollständigen Artikel, der in der Fachzeitschrift „Delta P“ veröffentlicht wurde:
delta_p_3_2016_bayer

Weitere Artikel

In der Presse/ Rüdiger TIBBE zu Rückrufe/ Produktion/ 14. Dezember 2016 Thema Rückrufe in der Automobil-Industrie Rüdiger TIBBE im Interview mit der Fachzeitschrift PRODUKTION Der Artikel als PDF:  Produktion_Rückrufe_Interview_Tibbe_20161214 Viel Spaß beim Lesen!

Lesen

In der Presse/ Rüdiger TIBBE/ Produktion/ 22. März 2017 Thema Zukunft Dieselmotoren in der Automobil-Industrie Rüdiger TIBBE im Interview mit der Fachzeitschrift PRODUKTION Der Link zum Interview Viel Spaß beim Lesen!

Lesen

Autonomes Fahren – Hype oder bald Wirklichkeit? (Teil 3 von 3) Die gesamte Automobilindustrie, sowohl die Hersteller als auch die großen Zulieferanten, bereiten sich auf einen signifikanten Wandel in ihren Geschäftsmodellen der nächsten Dekade vor. Automotive-Newcomer, wie Google, Uber, Tesla, usw. bringen hier zusätzlichen Wettbewerbsdruck herein, obwohl davon auszugehen ist, dass mit Ausnahme von Tesla…

Lesen